Laub ist Rohstoff, kein Abfall! Nutze es als Frostschutz & Winterfutter. Erfahre, wie du Laubmulch richtig einsetzt und warum der Rechen besser ist.
Was auf den ersten Blick wie Unordnung aussieht, ist in Wahrheit eine lebenswichtige Schutzschicht für dein Ökosystem. Im Herbst verwandelt sich herabfallendes Laub von einem scheinbaren Abfallprodukt in einen wertvollen Rohstoff. Als "Wissenschaftlicher Mentor" zeige ich dir, wie du diesen natürlichen Kreislauf für deinen Garten nutzt.
In einem funktionierenden Naturgarten ist der nackte Boden ein Zustand, den es zu vermeiden gilt. Laub wirkt wie eine warme Decke. Es puffert Temperaturschwankungen ab und hält die Feuchtigkeit im Boden.
Doch der wichtigste Prozess findet im Verborgenen statt: Unter der Laubschicht arbeiten Destruenten wie Regenwürmer, Asseln und Springschwänze. Sie zersetzen das organische Material und wandeln es in wertvollen Humus um. Gleichzeitig dienen diese Organismen als essentielle Nahrungsquelle (Winterfutter) für Gartenvögel und kleine Säugetiere, die im Winter oft Schwierigkeiten haben, Nahrung zu finden.




Damit das Laub seine positive Wirkung entfaltet und keine Probleme verursacht, gehe systematisch vor:
Nicht jedes Laub verrottet gleich schnell. Besonders bei gerbstoffhaltigen Blättern musst du etwas nachhelfen.
| Laubart | Eigenschaften | Handlungsempfehlung |
|---|---|---|
| Obstbäume, Ahorn, Linde | Verrottet schnell, gute Struktur. | Direkt als Mulchschicht verwenden. |
| Eiche & Walnuss | Enthält viel Gerbsäure, verrottet sehr langsam. | Vorher zerkleinern (z.B. mit Rasenmäher) oder mit schnell verrottendem Laub mischen. |
| Krankes Laub | Pilzbefall (z.B. Sternrußtau, Mehltau). | Nicht kompostieren, über den Restmüll entsorgen. |
Wenn du zu viel Laub für deine Beete hast, schaffe gezielt Lebensräume. Ein einfacher Haufen reicht oft nicht aus, um Igeln und Insekten optimalen Schutz zu bieten.
So baust du das Quartier:
Dies dient als isoliertes Überwinterungsquartier und gleichzeitig als Futterbasis für das nächste Jahr.
Aus ökologischer Sicht gibt es hier keine Diskussion: Der Rechen ist das Werkzeug der Wahl.
Laubbläser und -sauger entfernen nicht nur das Laub, sie vernichten auch den Lebensraum. Sie töten Insekten, Spinnen und Kleinstlebewesen durch den enormen Sog oder Luftdruck und zerstören die oberste Bodenstruktur. Mit dem Rechen arbeitest du selektiver, lässt die Bodenstruktur intakt und schonst die Tiere, die du eigentlich fördern möchtest.
Laub isoliert den Boden, speichert Feuchtigkeit und dient Regenwürmern sowie Asseln als Nahrung zur Humusbildung.
Eine Schicht von 5 bis 7 cm ist ideal. Sie schützt vor Frost, lässt aber genug Luftaustausch zu, um Fäulnis zu verhindern.
Diese enthalten viele Gerbsäuren und verrotten langsam. Zerkleinere sie (z.B. mit dem Rasenmäher) oder mische sie mit anderem Laub.
Nein, halte die Stammbasis stets frei, um Fäulnis am empfindlichen Wurzelhals durch stauende Nässe zu vermeiden.
Laubbläser töten Insekten und zerstören die Bodenstruktur. Ein Rechen schont das wertvolle Bodenleben und erhält das Mikroökosystem.
Baue einen Laubhaufen über einer Basis aus Totholz. Das dient Igeln und Insekten als isoliertes, sicheres Winterquartier.
Erhältlich bei Gartenexpedition.de
15,00 €
inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zum Shop →
15,00 €
inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Zum Shop →
Partnerhinweis: Die verlinkten Produkte stammen von Gartenexpedition.de. Bei einem Kauf unterstützt du unsere Arbeit.
Schlagwörter
Alle Artendaten stammen aus wissenschaftlichen Quellen (CC BY 4.0 / CC0). Namensnennung gemäß Lizenzbedingungen. Vollständige Quellenübersicht →