Wo überwintern Kröten & Molche? Erfahre, wie du im Garten frostfreie Quartiere (Totholz, Steinhaufen) für die Amphibien Überwinterung anlegst.
Wenn die Temperaturen sinken und der Garten zur Ruhe kommt, beginnt für Amphibien die kritischste Phase des Jahres. Während viele Gartenbesitzer ihren Fokus auf die Teichpflege legen, entscheidet sich das Überleben von Erdkröte (Bufo bufo), Teichmolch (Lissotriton vulgaris) und Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) meist an Land. Als wechselwarme (poikilotherme) Organismen können sie ihre Körpertemperatur nicht selbst regulieren. Sie fallen in eine Kältestarre. Ein ungeeigneter Unterschlupf bedeutet den Kältetod.
Eine Amphibien Überwinterung im Garten erfolgreich zu gestalten, heißt, frostfreie Rückzugsorte anzubieten. Dies ist die logische und notwendige Erweiterung unseres Konzepts „Amphibien-Hotspot & Bio-Filter: So baust du das Dreikomponenten-Naturmodul“. Denn: Ein perfektes Laichgewässer nutzt wenig, wenn die Population den Winter an Land nicht übersteht.
Anders als Säugetiere im Winterschlaf können Amphibien bei Störungen nicht einfach „aufwachen“. Ihr Stoffwechsel ist auf ein Minimum reduziert. Einige Arten lagern Glukose als Frostschutzmittel in ihren Körperflüssigkeiten ein, um leichte Minusgrade zu tolerieren. Doch ein komplettes Durchfrieren der Organe ist für die meisten heimischen Arten tödlich. Daher suchen sie Strukturen auf, die thermisch gepuffert sind.
Um den Garten als Habitat aufzuwerten, musst du Strukturen schaffen, die tief genug reichen oder ausreichend isoliert sind. Hier gilt der Grundsatz: Ökologie vor Optik. Ein „aufgeräumter“ Garten ist für Amphibien eine lebensfeindliche Zone.
Ein paar Äste reichen nicht aus. Ein funktionaler Totholzhaufen muss Masse haben, um die Feuchtigkeit zu halten und Temperaturschwankungen abzufedern.
Steinhaufen sind ideale Wärmespeicher und Winterquartiere, sofern sie Hohlräume bieten.
Das Entfernen von Laub unter Hecken und Sträuchern ist einer der häufigsten Pflegefehler. Die Laubschicht wirkt wie eine Isolierdecke.
Diese Tabelle hilft dir bei der Auswahl und Platzierung der passenden Elemente für deinen Garten.
| Struktur | Bevorzugt von | Konstruktions-Hinweis | Ökologischer Vorteil |
|---|---|---|---|
| Totholzhaufen | Erdkröten, Molche, Salamander | Mind. 1m³ Volumen, halbschattige Lage. | Speichert Feuchtigkeit, bietet Nahrung für Destruenten. |
| Lesesteinhaufen | Eidechsen (oben), Amphibien (unten) | Tiefes Fundament (frostfrei), Süd-Ost-Ausrichtung. | Thermische Speicherfähigkeit, schnelle Erwärmung im Frühjahr. |
| Wurzelstubben | Molche, Erdkröten | Teilweise eingraben, Hohlräume unter dem Teller lassen. | Sehr langlebiges Mikrohabitat mit konstantem Mikroklima. |
| Offener Kompost | Grasfrosch, Erdkröte | Nicht im Winter umsetzen! | Durch Verrottungswärme oft frostfrei, auch bei Minusgraden. |
Neben dem Mangel an Quartieren existieren im Garten oft Fallen, die zur Todesfalle werden können.
Indem du frostfreie Quartiere schaffst, sicherst du die Investition, die du mit dem Bau des Teichs getätigt hast. Im Frühjahr, oft schon ab 5 °C, wandern die Tiere von diesen Winterquartieren direkt zu deinem Wasser-Modul. Achte daher darauf, dass der Weg vom Winterquartier zum Laichgewässer barrierefrei ist – keine hohen Kanten oder unüberwindbaren Mauern. So entsteht ein funktionierendes Ökosystem direkt vor deiner Haustür.
Molche überwintern terrestrisch in frostfreien Hohlräumen wie Steinhaufen, Totholzstapeln, unter Wurzelstöcken oder in Komposthaufen.
Meist nur Wasserfrösche (Rana). Kröten und Molche benötigen Landhabitate, da sie im Wasser bei Eisbedeckung ersticken würden (Sauerstoffmangel).
Nein. Der Kompost ist ein beliebtes Winterquartier für Amphibien. Ein Umsetzen im Winter stört die Kältestarre und kann die Tiere töten.
Der Wanderzug in die Winterquartiere beginnt oft schon im Oktober bei fallenden Temperaturen. Ab dem ersten Bodenfrost sind die Tiere inaktiv.
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