Erfahre, wie du Holzstapel, Steinhaufen und Laub als Winterquartier nutzt. Schütze Igel und Insekten im Naturgarten mit einfachen Maßnahmen.
Im Herbst neigen viele Gärtner dazu, den Garten „aufzuräumen“. Aus ökologischer Sicht ist das fatal. Was wir oft als „tote Ecken“ bezeichnen – Bereiche mit Totholz, Steinhaufen oder Laubinseln – sind in Wahrheit die wichtigsten Überlebensräume der kalten Jahreszeit. Sie bieten Insekten, Amphibien, Kleinsäugern und Igeln den nötigen Schutz vor extremen Temperaturen.
Biologisch betrachtet geht es hier um Thermoregulation. Ein nackter Boden friert schnell durch. Eine Struktur aus Holz oder Laub bildet isolierende Luftkammern, die Temperaturschwankungen abfedern und die Feuchtigkeit regulieren. Hier erfährst du, wie du diese Quartiere fachgerecht anlegst.




Ein wild hingeworfener Haufen reicht oft nicht aus. Um einen echten mikroklimatischen Schutz zu bieten, solltest du den Holzstapel systematisch aufbauen. Dies dient Käferlarven, Wildbienen und Amphibien als Rückzugsort.
So gehst du vor:
Steine speichern tagsüber die Sonnenwärme und geben sie nachts langsam ab. Das ist besonders für wechselwarme Tiere (Poikilotherme) wie Eidechsen, aber auch für überwinternde Insekten essenziell.
Ein Laubhaufen ist mehr als nur Gartenabfall. Für den Igel und Erdkröten ist er oft die einzige Chance, den Winter zu überstehen. Wichtig ist hier die Masse und die Trockenheit.
Die Fakten:
Damit deine Arbeit Früchte trägt, musst du kontraproduktive Maßnahmen unterlassen. Hier eine Übersicht, was der Biodiversität schadet:
| Maßnahme | Ökologische Auswirkung | Bessere Alternative |
|---|---|---|
| Verbrennen von Schnittgut | Vernichtung von Habitaten und Tieren. | Aufschichten zu Totholzstapeln. |
| Abfahren zur Deponie | Export wertvoller Biomasse und Nährstoffe. | Material im Garten belassen (Kreislaufwirtschaft). |
| Einsatz von Laubsaugern | Tötet Kleinstlebewesen und zerstört die Bodenfauna. | Rechen nutzen oder Laub liegen lassen. |
| Ständiges Umräumen | Stört die Diapause (Winterruhe) der Insekten. | Bereiche bis zum Frühjahr (April) in Ruhe lassen. |
Echte Artenhilfe im Naturgarten bedeutet im Winter vor allem Zurückhaltung. Indem du Strukturen anbietest und diese dann sich selbst überlässt, schaffst du Pufferzonen, die Leben retten. Dein Garten mag für das ungeschulte Auge unordentlich wirken, biologisch gesehen ist er jedoch ein hochfunktionales Ökosystem.
Lasse Totholzhaufen und Laubinseln unbedingt bis April unberührt, um die Winterruhe der Tiere nicht vorzeitig zu stören.
Steinhaufen bieten Schutz für Amphibien, Eidechsen und Insekten. Die Steine speichern Wärme, was besonders für wechselwarme Tiere wichtig ist.
Ein Laubhaufen sollte 20 bis 40 cm hoch aufgeschichtet sein, um ausreichend Isolierung gegen Kälte und Nässe zu bieten.
Nein. Laubsauger töten Insekten und Kleinstlebewesen. Nutze einen Rechen oder lasse das Laub als Kälteschutz liegen.
Totholz bietet Nahrung und Lebensraum. Es dient als Winterquartier und fördert die Humusbildung durch zersetzende Organismen.
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