Erfahre, welche Insekten in hohlen Stängeln überwintern und warum du im April beim Rückschnitt vorsichtig sein solltest. Schütze Wildbienen und Co. in deinem Naturgarten!
Ordnung ist im Naturgarten oft der größte Feind der Biodiversität. Wenn wir im Frühjahr zur Schere greifen, schneiden wir meist genau das weg, was über Monate als sicherer Rückzugsort diente. Insekten in hohlen Stängeln sind ein faszinierendes Wunder der Natur. Während wir auf die ersten Krokusse warten, ruhen in den trockenen Überresten des Vorjahres Larven, Puppen oder sogar fertige Insekten, die auf die warmen Sonnenstrahlen warten.
Nicht jeder Stängel ist gleich attraktiv. Wir unterscheiden zwischen zwei Hauptgruppen von Bewohnern:
| Pflanzentyp | Typische Bewohner | Nistweise |
|---|---|---|
| Brombeere / Rose | Keulhornbienen, Grabwespen | Graben Gänge in das weiche Mark |
| Königskerze / Distel | Mauerbienen, Blattschneiderbienen | Nutzen vertikale, markhaltige Stängel |
| Schilf / Bambus | Maskenbienen, Lehmwespen | Nutzen vorhandene Hohlräume |
| Doldenblütler (Giersch, Dill) | Solitärwespen, Käferlarven | Bevorzugen hohle, waagerechte Röhren |
Der April ist ein Wendepunkt im Gartenjahr. Viele Gärtner wollen Platz für den Neuaustrieb schaffen. Wie ich bereits im Hauptartikel April im Naturgarten: Pflege-Tipps für Wildblumen, Sumpf & Insekten erläutert habe, ist jetzt Fingerspitzengefühl gefragt. Wer jetzt alles bodennah abschneidet und entsorgt, begeht einen ökologischen Kahlschlag.
Das Problem:
Damit die Insekten in hohlen Stängeln überleben, solltest du deine Pflegeroutine anpassen. Hier sind die besten Strategien für mehr Biodiversität:
Ein besonderer Gast ist die Blaue Holzbiene. Sie ist unsere größte heimische Wildbiene und liebt Totholz sowie dicke Stängel. Aber auch die winzigen Maskenbienen sind auf die Röhren angewiesen. Sie tapezieren ihre Kinderstuben mit einem seidenartigen Sekret aus, das die Larven vor Feuchtigkeit schützt. Ohne diese trockenen Halme hätten sie keine Überlebenschance.
Ein Naturgarten darf im Frühjahr "unordentlich" aussehen. Die braunen Stängel des Vorjahres sind keine Abfälle, sondern wertvolle Biotope. Wer die Insekten in hohlen Stängeln schützt, wird im Sommer mit einer reichen Bestäubung und einer faszinierenden Insektenvielfalt belohnt. Ökologie geht hier eindeutig vor Optik!
Bewohnte Stängel sind oft mit Erde, Harz oder Markpfropfen verschlossen. Manchmal sind kleine Einbohrlöcher sichtbar. Gehen Sie zur Sicherheit immer davon aus, dass markhaltige Halme besiedelt sind.
Idealerweise bleiben Stängel 12-15 Monate stehen. So können auch spät schlüpfende Arten im Folgesommer sicher ausfliegen. Ein jährlicher kompletter Kahlschlag sollte im Naturgarten tabu sein.
Bündeln Sie die Stängel und fixieren Sie diese senkrecht an einem sonnigen Zaun oder Pfosten. So bleiben die Nistgänge trocken und die Insekten können im Frühsommer problemlos schlüpfen.
Besonders wertvoll sind Brombeeren, Himbeeren, Königskerzen, Beifuß, Disteln und Holunder. Diese Pflanzen besitzen ein weiches Mark, in das Wildbienen ihre Brutgänge nagen können.
Hauptartikel: April im Naturgarten: Pflege-Tipps für Wildblumen, Sumpf & Insekten




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