Erfahre, wie du im August fachgerechte Wasserstellen für Wildtiere im Garten anlegst. Tipps zur Hygiene, Sicherheit und Förderung der Biodiversität.
Im Hochsommer, insbesondere im Monat August, erreicht die Transpiration – die Verdunstung von Wasser über die Spaltöffnungen der Blätter – bei vielen Pflanzen ihren Höhepunkt. Während du im Garten mit der Ernte von Tomaten (Solanum lycopersicum) beschäftigt bist, stehen die tierischen Bewohner deines Gartens vor einer existentiellen Herausforderung: der Thermoregulation. Dies bezeichnet die Fähigkeit eines Organismus, seine Körpertemperatur innerhalb gewisser Grenzen konstant zu halten oder anzupassen. Wasser ist hierfür die wichtigste Ressource.
Wenn die Niederschläge im DACH-Raum ausbleiben und kleine natürliche Pfützen versiegen, gerät der Stoffwechsel vieler Arten unter Stress. Honigbienen (Apis mellifera) beispielsweise nutzen Wasser nicht nur zur eigenen Hydrierung, sondern auch als Kühlmittel für ihren Stock. Sie verteilen Wassertropfen auf den Waben und erzeugen durch Flügelschlagen einen Luftstrom, der durch die Verdunstungskälte die Temperatur im Inneren senkt.
Vögel wie die Amsel (Turdus merula) oder der Haussperling (Passer domesticus) benötigen Wasser zusätzlich für die Gefiederpflege. Das Baden entfernt Parasiten und erhält die Elastizität der Federn. Ohne intaktes Gefieder verlieren Vögel ihre Flugfähigkeit und ihre Thermoisolation. Auch Säugetiere wie der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) legen in warmen Augustnächten weite Strecken zurück und sind auf verlässliche Trinkstellen angewiesen.




Um eine hohe Biodiversität (biologische Vielfalt) in deinem Garten zu fördern, solltest du verschiedene Typen von Wasserstellen anbieten. Jede Tiergruppe hat unterschiedliche anatomische Voraussetzungen.
| Typ der Wasserstelle | Primäre Zielgruppe | Besonderheiten | Wartungsintervall |
|---|---|---|---|
| Insektentränke | Wildbienen (Anthophila), Wespen | Flach, mit Landesteinen oder Moos | Täglich bei Hitze |
| Klassische Vogeltränke | Singvögel (Passeriformes) | Erhöhte Position zum Schutz vor Prädatoren | Täglich reinigen |
| Bodentränke | Igel (Erinaceus europaeus), Kröten | Ebenerdig, flacher Rand | Täglich reinigen |
| Miniteich/Sumpfzone | Libellen (Odonata), Amphibien | Tiefere Zonen, dauerhafte Ansiedlung | Wöchentliche Kontrolle |
Viele Insekten, darunter auch die nützliche Hornisse (Vespa crabro), ertrinken in tiefen Gefäßen mit glatten Wänden, da sie dort keinen Halt finden. Eine fachgerechte Insektentränke sollte daher mit haptischen Landehilfen ausgestattet sein. Verwende hierzu unbehandeltes Holz, flache Steine oder Blähton (gebrannter Ton mit poröser Struktur). Diese Materialien ragen aus dem Wasser heraus und ermöglichen den Tieren einen sicheren Zugang zum Flüssigkeitsfilm. Achte darauf, dass das Wasser durch Kapillarkräfte – das Aufsteigen von Flüssigkeiten in engen Hohlräumen – in die oberen Schichten der Materialien zieht. So können Insekten trinken, ohne direkt mit der offenen Wasserfläche in Kontakt zu kommen.
Ein kritischer Aspekt bei künstlichen Wasserstellen ist die Eutrophierung. Dies beschreibt die Anreicherung von Nährstoffen in einem Gewässer, was zu übermäßigem Algenwachstum und Sauerstoffmangel führen kann. Im August begünstigt die Wärme zudem die Vermehrung von Salmonellen oder Trichomonaden (einzellige Parasiten).
Um dies zu verhindern, ist eine mechanische Reinigung der Gefäße mit einer Bürste und heißem Wasser zwingend erforderlich. Verwende keine chemischen Reinigungsmittel, da Rückstände die empfindlichen Organismen schädigen könnten. Der Standort sollte im Halbschatten liegen, um die Verdunstungsrate und die Keimbildung zu reduzieren. Zudem bietet ein schattiger Platz Schutz vor Prädatoren – Tieren, die andere Tiere zum Zweck der Nahrungsaufnahme jagen –, da Vögel beim Trinken und Baden weniger aufmerksam sind.
Indem du diese wissenschaftlich fundierten Prinzipien anwendest, verwandelst du deinen Garten in eine lebensnotwendige Oase. Die Beobachtung einer Mauerbiene (Osmia), die an einem feuchten Moospolster trinkt, oder einer Amsel, die ausgiebig badet, ist der Lohn für diese wertvolle Unterstützung der lokalen Fauna (Tierwelt).
Durch den täglichen Wasserwechsel unterbrichst du den Entwicklungszyklus der Stechmücken (Culicidae), bevor die Larven das Puppenstadium erreichen können.
Hohe Temperaturen fördern die Vermehrung von Parasiten wie Trichomonaden, die bei Singvögeln schwere Infektionen und Massensterben verursachen können.
Raue Natursteine, Zweige, Moos oder Kork sind ideal. Sie bieten festen Halt und verhindern, dass Bienen oder Schwebfliegen bei Wind ins Wasser rutschen.
Ja, Leitungswasser ist im DACH-Raum meist unbedenklich. Achte bei sehr kalkhaltigem Wasser auf regelmäßige Reinigung der Ränder gegen Kalkablagerungen.
Hauptartikel: Gartenrundgang August: Erntezeit, Insektenleben & Sumpfbeet-Revival
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Der August im Naturgarten: Sumpfbeet-Erholung, Sämereien ernten und Wildbienen beobachten. Erfahre hier, was jetzt biologisch wichtig ist.
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