Erfahre, wie du eine Trockenmauer bauen kannst, um wertvolle Lebensräume für Eidechsen und Wildbienen zu schaffen. Anleitung, Materialwahl und heimische Pflanzen.
Im Wonnemonat Mai erreicht die Sonneneinstrahlung in unseren Breitengraden eine Intensität, die das Leben vieler ektothermer – also wechselwarmer – Tiere aktiviert. Während wir die Wärme genießen, sind Reptilien zwingend auf externe Wärmequellen angewiesen, um ihre Körpertemperatur für die Jagd und Fortpflanzung zu regulieren. Eine Trockenmauer, die du ohne Bindemittel wie Zement errichtest, ist weit mehr als ein gestalterisches Element. Sie ist ein hochkomplexes Habitat.
Der Verzicht auf Mörtel ermöglicht die Entstehung von tiefen Spalten und Hohlräumen. Diese dienen als Frostschutz im Winter und als kühler Rückzugsort an extrem heißen Sommertagen. Die Steine selbst fungieren als Wärmespeicher. Nach aktuellen Beobachtungen zur Thermodynamik in Gärten bleibt die Temperatur in den Spalten einer Südmauer auch Stunden nach Sonnenuntergang signifikant über der Umgebungstemperatur. Diese zusätzliche Wärmezeit nutzen Insekten wie die Feldgrille (Gryllus campestris), um ihre Aktivitäten auszudehnen.
Beim Vorhaben, eine Trockenmauer zu bauen, solltest du auf regionales Gestein zurückgreifen. Dies reduziert nicht nur den ökologischen Fußabdruck durch kurze Transportwege, sondern passt sich auch chemisch an den heimischen Boden an. Kalkstein beispielsweise begünstigt kalkliebende Pflanzenarten, die wiederum spezifische Bestäuber anlocken.
| Material | Eigenschaften | Eignung für Reptilien |
|---|---|---|
| Kalkstein | Hell, speichert Wärme exzellent, neigt zu Verwitterungsnischen | Hervorragend für Mauereidechsen (Podarcis muralis) |
| Sandstein | Porös, gute Wasseraufnahme für Moosbesatz | Ideal für feuchtigkeitsliebende Amphibien in Schattenzonen |
| Granit / Gneis | Sehr hart, extrem langlebig, bildet stabile Klüfte | Sehr gut als Basis für schwere, hohe Mauern |
Neben der vertikalen Mauer sind einfache Steinhaufen in sonnigen Ecken deines Gartens von unschätzbarem Wert. Hier findet die Zauneidechse (Lacerta agilis) ideale Bedingungen für die Eiablage, sofern in unmittelbarer Nähe offene Sandstellen vorhanden sind. Die Artenvielfalt in Mitteleuropa reicht vom kleinsten Wirbellosen bis hin zu imposanten Großsäugern in der freien Wildbahn wie dem Elch (Alces alces (Linnaeus, 1758)). Doch gerade Reptilien und Amphibien sind in der intensiv genutzten Kulturlandschaft auf Trittsteinbiotope in unseren Gärten angewiesen.
Durch das bewusste Schaffen solcher Strukturen leistest du einen messbaren Beitrag zum lokalen Artenschutz. Ein Garten ohne chemische Hilfsmittel und mit einer Vielfalt an Steinstrukturen wird schnell zu einem lebendigen Zentrum der Biodiversität.
Verwende regionalen Naturstein wie Kalk- oder Sandstein. Er fügt sich ökologisch ein und bietet durch seine Struktur ideale Wärmespeichereigenschaften.
Nein, alle heimischen Reptilien sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Das Fangen und Umsiedeln ist illegal. Schaffe Biotope, sie kommen von selbst.
Baue ein 40 cm tiefes Schotterfundament, achte auf eine Neigung von 10-15 % zum Hang hin und vermeide Kreuzfugen durch versetztes Stapeln der Steine.
Eine Bepflanzung mit heimischen Arten wie Mauerpfeffer ist sinnvoll, da sie Nahrung für Insekten liefert und die Mauer biologisch stabilisiert.
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