Erfahren Sie, welche heimischen Futterpflanzen Schmetterlingsraupen im Juni zum Überleben brauchen. Ökologische Tipps für Ihren Naturgarten.
Wer an Schmetterlinge denkt, hat meist bunte Blumenwiesen und flatternde Edelsteine im Kopf. Doch die prachtvollen Falter sind nur das Finale einer komplexen Metamorphose. Der kritische Punkt liegt davor: im Larvenstadium. Während erwachsene Falter oft unspezifisch an verschiedensten Blüten nippen, sind ihre Raupen meist hochgradig spezialisierte Feinschmecker. Ohne die richtigen Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen heimisch im Garten zu haben, bleibt der Naturgarten eine Sackgasse.
In meinem letzten Artikel Top 5 Wildblumen im Juni: Dein Trachtfließband für den Naturgarten haben wir uns auf das Buffet für die Flieger konzentriert. Heute schauen wir unter die Blätter, dorthin, wo der Nachwuchs heranwächst.
Der Juni ist der Monat des Wachstums. Die Vegetation steht im vollen Saft, und die erste Generation der Schmetterlingsraupen erreicht ihren maximalen Hunger. Wer jetzt Ordnung hält und „Unkraut“ jätet, vernichtet oft die nächste Generation Falter.
| Pflanze | Zielart (Raupe) | Standortanspruch |
|---|---|---|
| Große Brennnessel | Tagpfauenauge, Kleiner Fuchs, Admiral | Sonnig, stickstoffreich |
| Wilde Möhre | Schwalbenschwanz | Sonnig, mager, trocken |
| Gewöhnlicher Hornklee | Hauhechel-Bläuling | Magerwiese, sonnig |
| Faulbaum | Zitronenfalter | Halbschatten, Waldrand |
| Wiesen-Labkraut | Taubenschwänzchen | Sonnig bis halbschattig |
| Knäuelgras | Schachbrett, Ochsenauge | Halbschattig, ungemäht |
Unsere heimische Fauna hat sich über Jahrtausende an die hiesige Flora angepasst. Eine Raupe des Schwalbenschwanzes erkennt die Wilde Möhre an ihren chemischen Duftstoffen. Ein exotischer Sommerflieder (Buddleja) bietet zwar reichlich Nektar für die Eltern, ist für die Raupen aber absolut wertlos.
Ein Garten, in dem im Juni Löcher in den Blättern zu sehen sind, ist kein ungepflegter Garten – es ist ein lebendiger Garten. Wenn wir Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen heimisch fördern, investieren wir in das bunte Flattern des restlichen Sommers. Es geht um Ökologie vor Optik. Nur wer die Raupe schätzt, darf den Falter lieben.
Heimische Raupen sind oft auf spezifische Inhaltsstoffe lokaler Pflanzen angepasst. Exoten fehlen diese Stoffe oder sie enthalten Gifte, die von unseren Insekten nicht verarbeitet werden können.
Achten Sie auf Fraßspuren an Blättern, kleine Kotkrümel oder zusammengesponnene Blattnester. Viele Raupen sind grün getarnt und sitzen tagsüber gut versteckt an der Blattunterseite.
Die meisten Schmetterlingsraupen sind spezialisiert und gehen nicht an Kulturgemüse. Ausnahmen wie der Kohlweißling lassen sich durch Mischkulturen oder Kulturschutznetze ökologisch regulieren.
Besser sind kleine Gruppen. Eine Schwalbenschwanz-Raupe benötigt beispielsweise mehrere kräftige Pflanzen der Wilden Möhre, um sich bis zur Verpuppung satt zu fressen und gesund zu entwickeln.
Hauptartikel: Top 5 Wildblumen im Juni: Dein Trachtfließband für den Naturgarten




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