Lerne, wie du im Februar einen Naturteich planst. Erfahre alles über Zonen, heimische Pflanzen wie den Teich-Wasserstern und die Förderung der Biodiversität.
Ein Naturteich ist das wirkungsvollste Element zur Steigerung der Biodiversität (Artenvielfalt) in deinem Garten. Er dient als Tränke, Fortpflanzungsstätte und Lebensraum für zahlreiche Amphibien und Insekten. Da viele natürliche Kleingewässer durch Versiegelung oder intensive Landwirtschaft verschwinden, bietet ein fachgerecht angelegter Gartenteich einen wichtigen Ersatzlebensraum.
Im Februar ist die beste Zeit für die Vorplanung. Da die Vegetation noch ruht, erkennst du die Lichtverhältnisse im Garten am besten. Ein sonniger, aber nicht vollsonniger Standort mit etwa sechs Sonnenstunden pro Tag ist ideal. Achte darauf, dass keine Laubbäume in unmittelbarer Nähe stehen, da herabfallendes Laub den Nährstoffeintrag erhöht und zu Eutrophierung (Nährstoffanreicherung, die das Algenwachstum fördert) führt.
Ein stabiles biologisches Gleichgewicht erreichst du nur durch eine korrekte Profilierung. Jede Tiefe beherbergt spezialisierte Arten. In der Sumpfzone gedeiht der Wasser-Ampfer (Rumex aquaticus), dessen Blätter als Nahrung für spezialisierte Insekten dienen. In der Flachwasserzone stabilisiert der Wasser-Knöterich (Persicaria amphibia) mit seinen Schwimmblättern die Wassertemperatur, indem er die Oberfläche beschattet.
Unter Wasser leisten Pflanzen wie der Südlicher Wasserschlauch (Utricularia australis) wichtige Arbeit: Als karnivore (fleischfressende) Pflanze fängt er Kleinstlebewesen und hilft so, das Zooplankton-Gleichgewicht zu halten. Der Teich-Wasserstern (Callitriche stagnalis) dient zudem als wichtige Eiablagequelle für Molche und als Habitat für Falter wie den Alpen-Perlmuttfalter (Boloria pales).
| Artname (Lateinisch) | Zone | Nutzen für die Fauna | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Teich-Wasserstern (Callitriche stagnalis) | Flachwasser | Raupenfutter für Edelfalter | Sauerstoffproduzent |
| Wasser-Schmiele (Aira aquatica) | Ufer/Nass | Futterpflanze für diverse Dickkopffalter | Strukturgeber |
| Südlicher Wasserschlauch (Utricularia australis) | Tiefwasser | Räuber von Mückenlarven | Wurzellose Wasserpflanze |
| Wasser-Knöterich (Persicaria amphibia) | Flach/Tief | Beschattung der Wasseroberfläche | Sehr anpassungsfähig |
| Wasser-Ampfer (Rumex aquaticus) | Sumpfzone | Lebensraum für Käferarten | Hoher Wuchs (bis 2m) |




Quellen: Bundesamt für Naturschutz (BfN), NABU-Leitfaden für Kleingewässer.
Eine Tiefe von mindestens 80 cm ist erforderlich, damit das Wasser am Boden frostfrei bleibt und Tiere dort sicher überwintern können.
In einem gut bepflanzten Naturteich ohne Fischbesatz stellt sich ein biologisches Gleichgewicht von selbst ein. Technik ist dann meist nicht notwendig.
Die beste Pflanzzeit ist von Ende April bis Juni, wenn das Wasser beginnt, sich zu erwärmen und die Pflanzen aktiv wachsen.
Nein. Ein intakter Naturteich zieht Libellenlarven und Wasserläufer an, welche die Mückenlarven effektiv dezimieren.
Leitungswasser ist oft nährstoffreich. Regenwasser ist weicher und besser geeignet, sofern die Dachflächen nicht mit Kupfer oder Zink belegt sind.
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