Frühlings-Pelzbiene bestimmen: Erfahre alles über Merkmale, Flugweise und die richtige Förderung der Anthophora plumipes in deinem Naturgarten im April.
Im April erwacht das Leben in deinem Naturgarten. Während viele Insekten noch auf wärmere Temperaturen warten, beherrscht eine Art die Szenerie durch ihre Schnelligkeit und Präzision: die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes). Als erfahrener Gärtner wirst du sie vielleicht zuerst hören, bevor du sie siehst. Ihr hoher, fast schriller Summton unterscheidet sie deutlich von dem tiefen Brummen der Hummelköniginnen (Bombus), die zur gleichen Zeit unterwegs sind.
Wenn du die Frühlings-Pelzbiene bestimmen möchtest, musst du genau hinschauen, da bei dieser Art ein ausgeprägter Sexualdimorphismus vorliegt. Das bedeutet, dass Männchen und Weibchen völlig unterschiedlich aussehen.
Das Weibchen der Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) erinnert auf den ersten Blick an eine kleine, tiefschwarze Hummel. Der gesamte Körper ist schwarz behaart, lediglich die Hinterbeine tragen auffällige orangefarbene Sammelbürsten (Scopa) für den Pollentransport. Im Gegensatz dazu sind die Männchen hellbraun bis gräulich-beige behaart. Ein unverkennbares Merkmal der Männchen sind die extrem langen Haarsäume an den Mittelfüßen (Tarsen), die ihnen auch den wissenschaftlichen Artnamen „plumipes“ (federfüßig) eingebracht haben. Zudem besitzen die Männchen eine hellgelbe Gesichtsmaske, die beim Blick von vorne deutlich leuchtet.
In deinem Garten im April fliegen oft zeitgleich andere Arten wie die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta). Diese hat jedoch einen rostroten Hinterleib und einen schwarzen Kopf, während die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) eher kompakt und gleichmäßiger gefärbt wirkt. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Flugweise: Pelzbienen sind wesentlich schneller und können wie ein Kolibri vor Blüten verharren.
Im Gegensatz zu Honigbienen (Apis mellifera) lebt die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) solitär. Das bedeutet, jedes Weibchen versorgt sein eigenes Nest ohne die Hilfe eines Staates. Als Nistplatz bevorzugen sie Steilwände aus Lehm oder Löss, aber auch alte Trockenmauern, bei denen der Mörtel bereits mürbe ist. In deinem Garten kannst du sie oft an unverputzten Hauswänden oder in den Fugen von Natursteinmauern beobachten.
Das Weibchen gräbt bis zu 10 Zentimeter tiefe Gänge, an deren Ende Brutzellen angelegt werden. Diese Zellen werden mit einem Sekret ausgekleidet, das sie wasserdicht macht – eine architektonische Meisterleistung, die den Nachwuchs vor Feuchtigkeit schützt. In jede Zelle wird ein Gemisch aus Nektar und Pollen eingetragen, auf das ein Ei abgelegt wird. Die Larve entwickelt sich im Laufe des Sommers und überwintert bereits als fertiges Insekt (Imago) in ihrer Zelle, um im nächsten Frühjahr als einer der ersten Gäste wieder zu erscheinen.
Die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) besitzt einen außergewöhnlich langen Rüssel (Glossa), der bis zu 13 Millimeter messen kann. Damit ist sie in der Lage, Nektar aus Blüten zu gewinnen, die für viele andere Wildbienen unerreichbar sind. In der Pflanzenwelt deines Gartens ist sie daher eng mit Vertretern der Raublattgewächse (Boraginaceae) und Lippenblütler (Lamiaceae) verknüpft.
| Merkmal | Männchen (Anthophora plumipes) | Weibchen (Anthophora plumipes) |
|---|---|---|
| Körperfärbung | Gelblich-braun bis grau | Tiefschwarz (hummelartig) |
| Gesicht | Hellgelbe Maske | Schwarz |
| Besonderheit | Lange Haarsäume an den Mitteltarsen | Orangefarbene Pollenbürsten hinten |
| Flugzeit | Ab März (erscheinen zuerst) | Ab Ende März / Anfang April |
Besonders wertvoll in dieser Zeit ist das Echte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis). Seine Blüten wechseln nach der Bestäubung die Farbe von Rosa zu Blau, was den Bienen signalisiert, wo noch Nektar zu finden ist. Auch die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum) und der Zweiblättrige Blaustern (Scilla bifolia) sind wichtige Tankstellen für diese Energiebündel. Während die Pelzbiene an den Blüten arbeitet, kannst du oft beobachten, wie sie sich mit den Vorderbeinen abstützt, während sie den Rüssel tief einführt.
In feuchteren Gartenbereichen, wo jetzt das Knöllchen-Scharbockskraut (Ficaria verna) seine gelben Sterne öffnet, findet die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) ebenfalls Nahrung, auch wenn sie dort mit Arten wie dem Hahnenfuß (Ranunculus) konkurriert. In diesen Biotopen lässt sich im April auch oft der Grasfrosch (Rana temporaria Linnaeus, 1758) blicken, der die feuchte Bodenvegetation als Deckung nutzt.
Sie fliegt extrem schnell und wendig. Charakteristisch ist das plötzliche Verharren in der Luft (Rüttelflug) vor einer Blüte, begleitet von einem hohen Summton.
Sie nutzt mürbe Mörtelfugen als Ersatz für natürliche Lehmsteilhänge. Das ist harmlos für die Statik, zeigt aber, dass Nistplätze im Garten fehlen.
Besonders attraktiv sind das Echte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), die Purpurrote Taubnessel (Lamium purpureum) und der Blaustern (Scilla).
Nein, sie ist friedfertig und nicht aggressiv. Ein Stich erfolgt nur bei extremer Bedrängnis und ist für Menschen meist harmlos.
Hauptartikel: Biodiversität im April: Waldbett, Wildbienen und Amphibienschutz
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