Totholzhaufen anlegen: Vorteile für Wasserhaushalt & Amphibien. Anleitung für den Naturgarten – ökologisch, effektiv & pflegeleicht. Jetzt lesen!
Nachdem wir uns in unserem Artikel Der Naturgarten im August: Lehren aus dem Regensommer 2023 mit den direkten Auswirkungen der starken Niederschläge beschäftigt haben, blicken wir nun auf eine langfristige Lösung zur Wasserregulierung: Totholz.
Im aufgeräumten Ziergarten wird Holz oft als Störfaktor verbrannt oder entsorgt. Im Naturgarten hingegen nutzen wir die physikalischen Eigenschaften des Holzes. Wenn du die Totholzhaufen anlegen Vorteile betrachtest, steht die Wasserretention an oberster Stelle.
Durch den Zersetzungsprozess lockert sich die Faserstruktur des Holzes auf. Pilze und Bakterien besiedeln das Material und machen es porös. Das Ergebnis ist ein enormer Schwamm-Effekt:
Besonders Amphibien wie die Erdkröte (Bufo bufo), der Grasfrosch (Rana temporaria) oder der Teichmolch (Lissotriton vulgaris) profitieren von dieser Struktur. Sie sind physiologisch auf eine feuchte Haut angewiesen und dehydrieren in offenen, sonnigen Gartenbereichen schnell.
Ein fachgerecht angelegter Totholzhaufen bietet:
Damit das Totholz seine Funktion als Wasserspeicher und Amphibien-Hotel erfüllt, reicht es nicht, wahllos Äste aufzuschichten. Beachte folgende Struktur:
| Material | Funktion im Totholzhaufen | Geeignet für |
|---|---|---|
| Hartholz (Eiche, Buche, Obstgehölze) | Langsamer Verfall, dauerhafte Struktur, hoher Ligninanteil. | Käferlarven, Struktur-Basis |
| Weichholz (Weide, Pappel, Holunder) | Schneller Verfall, bildet rasch Mulm, speichert schnell Wasser. | Solitärbienen (in Markkanälen), Asseln |
| Reisig & Schnittgut | Isolationsschicht, Windschutz für den Kern. | Igel, Erdkröten |
| Wurzelstöcke | Hohe Strukturvielfalt, Höhlenbildung. | Überwinterung von Amphibien |
Um die Kühlleistung weiter zu steigern, solltest du den Haufen begrünen. Pflanzen beschatten das Totholz zusätzlich und halten die Luftfeuchtigkeit hoch.
Geeignete heimische Arten sind:
Achte darauf, den Haufen nicht komplett zu überwuchern, damit besonnte Bereiche für wechselwarme Tiere erhalten bleiben, die sich morgens aufwärmen müssen.
Nein, solange keine Speisereste dort landen. Ein reiner Holz- und Laubhaufen zieht primär Igel, Amphibien und Insekten an, keine Schädlinge.
Vermeide behandeltes, lackiertes Holz sowie exotische Hölzer. Auch krankes Material (z.B. mit Feuerbrand) gehört nicht in den Haufen, sondern in die Entsorgung.
Das ist ein dauerhafter Kreislauf. Da das Holz verrottet und zusammensackt, musst du jährlich neues Material nachlegen. Der Haufen 'lebt' und verändert sich.
Herbst und Winter sind ideal. Der Haufen kann sich setzen, Feuchtigkeit aufnehmen und steht im Frühjahr sofort als Lebensraum bereit.
Hauptartikel: Der Naturgarten im August: Lehren aus dem Regensommer 2023




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